Text zu This sense of wonder

This sense of wonder

«Life and death, the flicker that separates one from the other – fast as a bat’s wing, more beautiful than every sonnet.»
Dorian Gray in «Penny Dreadful»

Dieses Flickern zwischen Leben und Tod kann ich mit meiner Kamera nicht einfangen … dafür die Zeit davor und danach, d.h. die Zeit des Alterns und die Zeit des Zerfalls. Hier liegt mein Interesse, die Faszination meines künstlerischen Schaffens. Meine Arbeiten entstehen aus einem Innehalten, dem Beobachten des Vergehens, dem Schwelgen in der Schönheit des Dahinschwindens und der Zersetzung. Dabei staune ich über die Wunder und Schrecken des Todes und seiner Überreste, über die Anmut der Vergänglichkeit des Seins. Gleichzeitig verunsichert, ja ängstigt mich der Gedanke an den Tod – an meinen Tod oder den Tod meiner Liebsten - und an meine eigene Vergänglichkeit. Diesem Interesse folgend, schaffe ich mit meinen Bildern Barockes und doch modernes Universen. Neben Porträts und Stillleben begegnet man toten Insekten, die ich in Kellern und alten Häusern gesammelt und auf Tellern, in kleinen Schachteln, unter Plastikbechern aufbewahrt habe. Im Laufe der Zeit hat sich bei einigen Insekten Staub angesammelt, das eine oder andere hat ein Bein oder einen Flugel verloren, weil ich das Atelier wechseln oder ein Regal frei räumen musste. Sehr oft haben Larven des Speckkäfers Teile der Insekten aufgefressen – und dann ihrerseits Spuren in Form ihrer Häutung oder ihrer Ausscheidungen hinterlassen. In This sense of wonder zeige ich Dias mit den Insekten in einer analogen multimedia Installation.