Biografie
Die in Zürich geborene Brigitte Lustenberger studierte Sozial-und Fotogeschichte an der Universität Zürich und verfasste ihr Lizentiat über die Fotografien von Robert Capa und Gerta Taro aus dem Spanischen Bürgerkrieg. 2006 schloss sie ihren Master in Fine Art Photography and Related Media an der Parsons The New Schoolof Design in New York ab.
Lustenberger ist eine mehrfach ausgezeichnete Künstlerin, die national und international ausstellt. Zu ihren wichtigsten Auszeichnungen gehören der Merck-Preis (2018) der Darmstädter Fototage, der Grand Prize Winner PDNedu, der Golden Light Award, der Fotopreis des Kantons Bern (2002, 2013), das Landis&Gyr-Stipendium (2013), der Prix Photoforum (2005), der Jungck-Künstlerinnenpreis (2025) sowie das Kunststipendium (2018) und das Künstlerbuch-Stipendium des Kantons Bern (2022). 2025 erhielt sie den Jungck Künstlerinnepreis.
Ihre Arbeiten wurden weltweit in Gruppen- und Einzelausstellungen gezeigt, darunter eine Einzelausstellung im Musée de l’Elysée in Lausanne und in La Chambre in Strasbourg. Weitere Präsentationen zeigt sie in der Saatchi Gallery in London, an der Plattform Fotomuseum Winterthur, in der Kunsthalle Bern, Photo London, Unseen Amsterdam, La Filature in Mulhouse, Paris Photo und in der Walter Keller Galerie und Christophe Guye Galerie. Eine grosse on-site Installation mit 40 grossformatigen Bildern war auf dem alten Friedhof in Monthey zu sehen. Ihre Monographe «An Apparition of Memory» kam auf die Shortlist der Schönsten Deutschen Bücher. Lustenberger war Gastdozentin an der Universität Basel sowie an der Hochschule der Künste Bern.
In ihrer künstlerischen Praxis setzt sich Brigitte Lustenberger intensiv mit dem Medium der Fotografie auseinander; insbesondere mit dessen inhärenter Verbindung zu Themen wie Vergänglichkeit, Erinnerung und der Fragilität des Lebens. Ein weiterer zentraler Aspekt ihres Schaffens ist der kritische Blick auf die Darstellung des weiblichen Körpers in der Fotografie und die damit verbundenen Fragen des Sehens und Gesehenwerdens (Gaze).
Ihre Arbeit bewegt sich im Spannungsfeld von Handwerk, Kunst und Wissenschaft. Gerade diese Schnittstelle bildet den Ausgangspunkt ihrer Faszination für ein Medium, das sich durch seine Ambivalenz und Vielschichtigkeit immer wieder neu befragen lässt. Lustenberger verbindet in ihren Werken häufig analoge mit digitalen fotografischen Verfahren. Alte Techniken treffen auf neue; zwei Zeitalter der Bildproduktion verschmelzen zu einer ästhetischen Einheit. Aus diesem Zusammenspiel entsteht der Kern ihrer künstlerischen Haltung: ein suchender, fragender fotografischer Blick, der sich in Bildern und Installationen zeigt.


